Zwischen allen Stühlen
Georg Naundorfer
Zwischen allen Stühlen ...
Erinnerungen, Erlebnisse, Beobachtungen und Interpretationen eines Kreuz- und Querdenkers
Ein autobiografisch angelehnter satirischer Rundumschlag und Abgesang auf 40 Jahre DDR
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Rezension "kassandra 89":
Ein für alle an DDR-Vergangenheit Interessierten sehr empfehlenswertes Buch. Angeblich als Autobiografie angelegt beschäftigt es sich vorrangig unernst mit Dingen, die allgemeininteressierend
zeit- und gesellschaftskritisch sind.
Wer es selbst erlebte, der wird sich anhand der beschriebenen Vorgänge seine eigenen Erlebnisse wieder vergegenwärtigen können.
Wer es nicht gekannt hat, der wird feststellen, dass man das alles auch ganz anders sehen kann und Politik, gleich welcher Art im Grunde genommen immer lächerlich wäre, wenn sie sich nicht so oft für
den Einzelnen so verheerend auswirken würde.
Es liest sich amüsant, weil satirisch angelegt und wo man es aufschlägt liest man sich fest.
Der Autor beschreibt seine Lebensstationen aus einer Allgemeinsicht heraus, die mit Fortschreiten seiner Entwicklung und wachsender Übersicht vom Privaten immer stärker ins Prinzipielle hineinwächst,
wie das im richtigen Leben auch ist.
Es ist kein Lebenslauf, sondern ein Abgesang auf das, was die DDR tatsächlich gewesen ist, aber bestimmt nie sein wollte. Die Ohnmacht der angeblich Allmächtigen wird deutlich und auch, aus welchen
geistigen Quellen sie schöpften. Da das alles ständig an der BRD gespiegelt wird, bekommt allerdings deren Deutschlandpolitik auch etliche Beulen ab.
Das furiose Sahnehäubchen sind die Endkapitel mit den Details der Geschehnisse des 9. Oktober 1989. Auf die Darstellung seiner Beobachtungen erfolgt die Darlegung seiner daraus gewonnene Strategie
des Machtapparates zur Niederschlagung des Widerstandes. Das ist an Hand des mit abgedruckten Stadtplanes erschreckend genau nachvollziehbar, und was er sonst noch von den mit der Wende verbundenen
Paradoxa und der Treuhand schreibt, ist leider nicht vom Tisch zu wischen, genau so wie die Schlussfolgerungen aus seiner Konfrontation mit dem letzten „Steuerhinterziehungsratgeber für
Altbundesbürger", woraus sich manches erhellt, was auch heute noch nicht gern zugegeben wird.
Das Buch ist ein Rundumschlag, die Beschreibung einer Realsatire, wie sie nie erdacht werden könnte, allerdings tatsächlich passiert ist.
Sie haben etwas verpasst, wenn Sie das nicht gelesen haben.
